SV Breinig bekommt Hilfe aus Düsseldorf

1004_manfred_palmen(Stolberger Zeitung / Freitag, 23.04.2010 / Lokales / Seite 13)

Staatssekretär will Sportplatzprojekt unterstützen

Stolberg. Der SV Breinig darf sich für sein Sportparkprojekt auf Schützheide über Unterstützung aus Düsseldorf freuen. Diese sagte gestern bei einem Besuch der alten und neuen Sportanlage der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Manfred Palmen, dem versammelten Vorstand des Vereins zu.

Zuvor hatten der Breiniger Vorsitzende Dieter Jollet und sein Stellvertreter Albert Willems dem Staatssekretär das Projekt im Beisein von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt und dem Landtagsabgeordneten Axel Wirtz vorgestellt, wobei letztere dieses natürlich genau kennen.

Noch einmal erinnerte Jollet an die Probleme, zum Beispiel durch den vermuteten Erzgrubenschacht, der erst mit Hilfe der RWTH Aachen unter dem kleineren der beiden Aschenplätze gefunden und schließlich Ende vergangenen Jahres verfüllt wurde. Zu klären waren auch die Grundstücksfragen: Einigungen hat der Verein nicht nur mit der Stadt, der nur ein Teil des zu bebauenden Geländes gehört, sondern auch mit drei privaten Grundstückseignern erzielt. Mit weiteren Eigentümern ist sich die Sparkassentochter S-Immo, die als Investor gefunden wurde, selbst einig geworden.

100426_azst_sportplatz_breinigNoch nicht geklärt ist jedoch ein anderes Problem, bei dem Manfred Palmen nun seine Hilfe zusagte. Die Beschwerde eines Anwohners, der auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, bezieht sich auf die Tatsache, dass die Stadt ihren Teil des Grundstücks für einen Preis von unter 40 Euro pro Quadratmeter an die S-Immo veräußern will. Der Quadratmeterpreis für Bauland ist aber in Breinig so hoch wie nirgends sonst in Stolberg, er liegt bei über 200 Euro.

Die Stadt begründet ihr Vorgehen mit der bestehenden Pacht bis 2054, die den Wert des Geländes verringere (wir berichteten). Außerdem übernehme der Investor die kompletten Erschließungskosten für das Baugebiet. „Der Knackpunkt in diesem Fall ist die Begründung der Stadt, und die scheint mir schlüssig, schon alleine wegen der langen Pacht", sagte der Staatssekretär gestern und stärkte den Stolbergern den Rücken: „Ich denke, das ist lösbar", erklärte Palmen, der mit dem Regierungspräsidenten Hans-Peter Lindlar das Thema besprechen und auf eine Lösung im Sinne des Sportvereins und der Stadt drängen will. Schließlich sei es auch Aufgabe der Politik „dafür zu sorgen, dass für die Vereine und ihre von Ehrenamtlern übernommenen Aufgaben Steine aus dem Weg geräumt werden".

Die Genehmigung der Bezirksregierung und der Kommunalaufsicht der Städteregion vorausgesetzt, entstehen neben dem Rasenplatz, auf einer „genau geschnittenen Parzelle" (Albert Willems), die von der Stadt erworben wird, ein Kunstrasenplatz und ein Kleinspielfeld. Am Rande des Grundstücks stehende Bäume müssen nicht gefällt werden.

Der bestehende Parkplatz am Kopf des Rasenplatzes wird verlängert über die gesamte Kopflänge des neuen Kunstrasens, so dass sich die Parkfläche dort verdoppelt. Die Zufahrt bleibt bestehen und wird eine Breite von 5,90 m haben. An der südlichen Ecke des neuen Grundstücks muss eine Versickerungsanlage gebaut werden, die mit rund 130 000 Euro Kosten veranschlagt ist.

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Genau daneben, zwischen Rasen- und Kunstrasenplatz, entsteht ein Vereinsheim mit Hausmeisterwohnung, daran anschließend eine vom Verein in Eigenleistung zu stemmende Sporthalle. Auf 650 000 Euro beziffert Dieter Jollet den Wert der Eigenleistungen, die der Verein erbringen will.

Auf dem alten Gelände, zwischen Schützheide und Corneliastraße, sind insgesamt 70 Wohneinheiten geplant, die meisten davon als Einfamilienhäuer, einige als Doppelhaushälften. Die einzelnen Grundstücksgrößen variieren zwischen 450 und 550 Quadratmetern, so Albert Willems, der das Bauprojekt vorstellte. Den Gewinn für die Stadt - aus seiner Sicht - rechnete Dieter Jollet vor: „Die Erschließung kostet die Stadt gar nichts und anschließend sind hier 70 bis 80 Lohnsteuerzahler."

 

Idee zur Verlagerung besteht seit 2004

Der alte Aschenplatz des SV Breinig, der nun bebaut werden soll, existiert dort, mitten im Wohngebiet, seit 1954. Im Jahr 1978 wurde auf dem Gelände, dessen 100-jährige Pacht des SV Breinig erst 2054 endet, der kleinere Trainingsplatz angelegt, ebenfalls mit einem Aschenboden.

Die Idee, das komplette Sportgelände des Spielvereins auf die andere Straßenseite von Schützheide zu verlagern, entstand im Jahr 2004, nachdem bereits 1998 dort der Rasenplatz gebaut worden war.

Dies habe nicht zuletzt den Vorteil, so der Vorsitzende Dieter Jollet, dass die vielen Kinder des SV Breinig in Zukunft nicht mehr die Straße überqueren müssten, um von der Umkleide zum Sportplatz zu gelangen.


Von Kolja Linden

 

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