Ein Modellprojekt für das ganze Land

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(Eschweiler Nachrichten / Do, 8. Apr. 2010 / Lokales / Seite 19)

Umweltminister Eckhard Uhlenberg besichtigt Sanierung der Kali-Halde. Wichtig für die Wasserqualität der Inde.

Stolberg/Eschweiler. Die Sonne lacht zwischen den Regenstürmen, und der Umweltminister kann nichts riechen. „Es ist gut, dass man nichts riecht", verdeutlicht Helmut Etschenberg. Der Städteregionsrat beschreibt anschaulich, was Eckhard Uhlenberg früher am Fuße der Kali-Halde nahe dem Atscher Hauptbahnhof hätte riechen müssen. Der schwefelige Gestank nach faulen Eiern ist verflogen - insbesondere auch Dank des erheblichen finanziellen Engagements des Landesum­welt­mi­nis­ters. Allein in die ersten beiden Phasen der Sanierung der letzten großen Altlast im alten Kreisgebiet fließen neben Mitteln der Städteregion 2,7 Millionen Euro - „aus der Abwasserabgabe des Landes", erklärt Uhlenberg. Das ist ein Topf der immer kleiner wird: Weil die Qualität der Abwasserfassung immer besser wird, sinkt das Aufkommen der (Straf-)Abgabe. „Sie wird direkt in den Umweltschutz investiert", sagt der gut über das Stolberger Projekt informierte Uhlenberg. „Axel Wirtz hat mich immer wieder mit Ihren Problemen hier vor Ort konfrontiert", lobt der Minister die Beharrlichkeit des Land­tags­abgeordneten. So wird das Land sich auch mit 80 Prozent an den nächsten 3,4 Millionen Euro der folgenden Phase der Sanierung beteiligen. „Sie ist ein Modell für das Land", sagt Etschenberg. Denn dank der von der Städteregion in Zusammenarbeit mit dem Altlastenaufbereitungs- und Abwassersanierungsverband (AAV) beschrittenen „innovativen Wege" sinkt der finanzielle Aufwand auf 20 Prozent der ursprünglich befürchteten Kosten. Kreis­umweltdezernent Uwe Zink und AAV-Geschäftsführer Gerhard Kmoch erläuterten die Schritte: Die das Grundwasser belastenden Sickerwässer der mit Rückständen der Soda-Produktion gefüllten Halde werden an ihrem Fuß aufgefangen und sollen zukünftig in einer Aufbereitungsanlage behandelt werden, die an der Kläranlage Steinfurt entstehen soll. Die Wahl fiel jetzt auf ein niederländisches Unternehmen, das technologische Fortschritte bei der biologischen Aufbereitung erzielt hat.

Beharrlichkeit macht sich bezahlt

Letztlich sollen die Sickerwässer so weit aufbereitet sein, dass sie der Kläranlage oder direkt der Inde zugeführt werden können. Zur Reduzierung des Wassereintritts soll die Halde intensiver bepflanzt werden. So soll eine kostenaufwändige Versiegelung vermieden werden. Modellpflanzungen mit Douglasien sind dazu jetzt angelaufen.

„Das ist in der Tat praktizierter Umweltschutz", sagte der Minister, nachdem er an den gelben, schwefelhaltigen Sickerwässern aus der Hangdrainage geschnuppert hatte. Und auch Ferdi Gatzweiler dankte dem Minister für die Unterstützung und freute sich über das via Städteregionsumlage mitfinanzierte, tolle Ergebnis. „Axel Wirtz ist der Motor für uns in Stolberg", sagt der Bürgermeister. Über Jahrzehnte habe der Gestank die Stolberg-Besucher gleich am Bahnhof vergrault. Ein Sanierungsprojekt, das auch Wirtz über zahlreiche Jahre in Stadtrat, Kreistag und Landtag forciert hat. „Jetzt macht sich die Verzahnung unterschiedlicher Ebenen positiv bemerkbar für die Kupferstadt", erklärt der Landtagsabgeordnete.

 

Von Jürgen Lange

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