Monschau: Massenweise Fremdwasser soll jetzt gestoppt werden

100126_bgm_besuch_monschau(Eifeler Zeitung / Mi, 27. Jan. 2010 / Lokales / Seite 15)

Pilotprojekt der Stadt Monschau mit finanzieller Unterstützung des Landes. Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem.

Monschau. Zahlen lügen nicht. Das gilt auch für den Wasserverband Eifel-Rur, wenn er den Kommunen die jährliche Rechnung für das in den Kläranlagen ankommende und folglich zu reinigende Abwasser ausstellt. Im Fall der Stadt Monschau aber lügen die Zahlen doch, denn im Stadtgebiet werden im Jahresschnitt gut 500 000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Die Kanalsammler aber transportieren faktisch drei Millionen Kubikmeter Wasser (also die sechsfache Menge!) in die Kläranlagen.

Von den Hausanschlüssen bis zur Kläranlage gibt es also eine Art wunderbare Wasservermehrung, doch wundersam ist für die Stadt das Zusatzaufkommen keineswegs, weil man die Ursache genau kennt. Fremdwasser lautet das Problem, das nun gezielt bekämpft werden soll. Mit finanzieller Unterstützung des Landes soll in diesem Jahr ein Pilotprojekt zur deutlichen Reduzierung des Fremdwassers gestartet werden.

Bei einem Arbeitsbesuch in der Monschauer Stadtverwaltung erläuterte der CDU-Landtagsabgeordnete Wirtz, dass gemeinsam mit den betroffenen Bürgern eine „ganzheitliche Sanierung" erfolgen solle. Für die Untersuchung des Kanalnetzes in Verbindung mit der Erarbeitung einer Konzeption wolle das Land eine 80-prozentige Förderung bereitstellen. Ab dem Jahr 2011 soll dann die investive Phase erfolgen, indem die Fremdwassereinträge durch bauliche Eingriffe gestoppt werden sollen.

Undichte Kanalleitungen, durch die massenhaft Grundwasser eindringt, sind eine Ursache, aber auch Drainagen sowie Grund- und Oberflächenwasser, das von Privatleuten eingeleitet wird, erhöhen die Wasserfracht.

Wenn es gelinge, diese „wahnsinnigen hohen Fremdwassereinträge" zu minimieren, erläutert Bürgermeisterin Margareta Ritter, werde auch der Bürger über eine Verringerung der Gebühren deutlich entlastet.

Modell für Schulstandorte

Auch die Entwicklung der Schullandschaft in der Eifel war ein wichtiges Thema in der Gesprächsrunde des Abgeordneten. Drei Grundschulen an fünf Standorten bezeichnete Axel Wirtz als gute Lösung für die Stadt Monschau. Derzeit informiert die Stadt die Eltern über künftige Modell-Möglichkeiten bei den Grundschulen, ehe dann am 23. Februar der Schulausschuss einen endgültigen Beschluss trifft.

Allein 1,6 Millionen Euro muss die Schulstadt Monschau pro Jahr an Kosten für die Unterhaltung der weiterführenden Schüler und Schülerfahrtkosten aufbringen. Da gelte es, „in der gesamten Region nach Lösungen zu suchen", betont Axel Wirtz. Eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung für Monschau, Simmerath und Roetgen sei unabdingbar. Der CDU-Abgeordnete unterstrich in diesem Zusammenhang noch einmal sein „Bekenntnis zur Hauptschule und zum Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem."

Margareta Ritter betonte, dass man mit dem Nachbarkommunen über die künftige regionale Gestaltung der Schulangebotes „in guten Gesprächen" sei.

 

 

Bewegung an der B 258 in Richtung Aachen

Ab dem Jahr 2013 könnte es für die Pendler zwischen der Eifel und Aachen eine spürbare Entlastung geben. Nach dem jetzigen Stand der Dinge könnte in drei Jahren mit baulichen Maßnahmen auf der Bundesstraße 258 begonnen werden, die den Verkehr zügiger fließen lassen, berichtete der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz anlässlich eines Arbeitsbesuches in Monschau.

Der Landesbetrieb Straßenbau habe als erste Maßnahme das Teilstück zwischen Kalkhäuschen und Autobahnanschluss Lichtenbusch ins Auge gefasst, wo bekanntlich das Nadelöhr existiert. Im Bereich Oberforstbach soll die B 258 vierspurig werden, zwischen Pascalstraße und Kalkhäuschen soll ein dreispuriger Ausbau mit je nach Bedarf wechselnden Fahrspuren erfolgen. Im Bereich der Kreuzungen sollen Abbiegespuren angelegt werden. Axel Wirtz betonte, dass es „um praktische Lösungen" gehen müsse. Dazu gehöre auch, dass die „Mäusetunnel" auf der Fahrbahn zwischen Roet­gen und Fringshaus verschwinden müssten. Der Landesbetrieb arbeite „mit Hochdruck" an der Umsetzung der Maßnahme.

Innerhalb des Stadtgebietes Monschau steht der Ausbau der L 106 auf dem Programm. Als erstes sollen zwischen Mützenich und Kalterherberg ab 2011 die massivsten Straßenschäden behoben werden.

 

 

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